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Hindernisse und Stolpersteine wie Formalitäten, Sprache, Perfektion, haben die Ukrainerinnen auf ihrem Bildungsweg überwunden. | © IBE/Caritas München-Freising

„Ich verneige mich vor Ihnen“

Pressestelle der Caritas München und Oberbayern , München, 08.12.2023

Das Caritas Institut für Bildung und Entwicklung (IBE) hat am gestrigen Dienstag, 5.12.2023, bei einer feierlichen Verleihung 30 Zertifikate für die qualifizierte Leitung von Kindertageseinrichtungen sowie zur Qualifizierung zur Assistenzkraft verliehen. Das Besondere daran: diese Qualifizierung im Bereich Kindheitspädagogik haben auch 19 Ukrainerinnen durchlaufen. Caritas-Vorstand Thomas Schwarz würdigte „die jeweils ganz persönlichen, besonderen Herausforderungen aller Teilnehmenden“ und ermunterte sie, diese als Ressourcen für die Zukunft anzunehmen. Alle hätten eine Leistung erbracht, die man nicht hoch genug schätzen könne. „Ich verneige mich vor Ihnen“, betonte Schwarz.

Zertifikatsabsolventinnen können stolz auf sich sein

Christine Höppner, Leitung des IBE, betonte in ihrem Grußwort, wie sehr sie die Teilnahme am Programm und die damit verbundenen Hürden und Herausforderungen wertschätze: „Deutschland pur“ hätten die Ukrainerinnen nicht nur bei ihrer Ankunft im Land, sondern auch bei der Qualifizierung erlebt. Die Frauen hätten eine Kombination aus Deutsch (Sprache) und Perfektion (Fachliches) erlebt – ein nicht immer einfacher Weg. Sie sei sehr stolz auf alle und schätze die Anstrengungen sehr. Der Weg habe sich in jedem Fall gelohnt.

Qualifizierungsweg mit Kieseln eindrucksvoll veranschaulicht

Es war ein langer, steiniger Weg – der Bildungsweg, den die Absolventinnen auf sich genommen haben“, beschreibt es Michaela Anders, Projektleitung des Qualifizierungsprogramms vor gut 60 Gästen. Sehr liebevoll und anschaulich hat sie mit ihren Kolleginnen des diesen Bildungsweg noch einmal angelegt: Im hinteren Raum des Festsaales konnten die Teilnehmerinnen ihren ganz persönlichen Weg und ihre Erfahrungen noch einmal in einzelnen Stationen Revue passieren lassen und aktiv beschreiben. Auf kleine Steinchen gemalt, auf bunte Zettel geschrieben, in eine Landkarte gepinnt und mit tagesaktuellen Fotos. Ein wertschätzender Einstieg zu einer sehr besonderen Veranstaltung.

Leben in der Wahlheimat in die Hand nehmen

Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier schloss mit einem „Vergelts Gott“! Auch sie sei dankbar für und stolz auf die Menschen, die herkämen und etwas in Angriff nähmen, um ihr Leben zu gestalten. „Sie geben sich - aber auch den Kindern und den Leitungen der Einrichtungen - eine neue Perspektive und drücken Ihre Freude für den Beruf aus“, unterstrich sie. Freude und auch die Dankbarkeit vermittelten die Ukrainerinnen in einem gemeinsamen Lied in ihrer Sprache.

Hintergrund der Qualifizierung

Für die ukrainischen Interessentinnen hatte im September 2022 eine erste Informationsveranstaltung mit 40 Frauen stattgefunden. Danach konnten sie sich für die Qualifizierung be-werben. Der Tenor damals war: „Wir sind hier, wir möchten etwas tun und wirkungsvoll sein.“ Das entsprach auch den Bedarfen der unterschiedlichen Partner im Projekt (Diözesan-Caritasverband und Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales): Qualifiziertes Personal finden sowie passende Alternativen zu den üblichen Bildungswegen anbieten. Für die vielen unterschiedlichen Bedarfe und Niveaus sollten entsprechende Angebote und Einstiegsmodule bereitgestellt werden – als Bereicherung für alle. Im Oktober 2022 fand das erste Seminar statt – jetzt, Anfang Dezember 2023, endete die Qualifizierung. Die angebotene Maßnahme fand als Pilotprojekt im Rahmen des Gesamtkonzepts für die berufliche Weiterbildung für Kitas des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales statt. Die Anfangsmodule konnten zweisprachig in Deutsch und auf Ukrainisch/Russisch durchgeführt werden.

Herausforderungen meistern

Auch für die Absolventinnen und Absolventen der qualifizierten Leitung war es zur Zusatzqualifizierung ein langer und intensiver Weg, parallel zu den beruflichen Herausforderungen und Hürden im Kita-Alltag. Neben Seminaren zu Themen wie professioneller Führungsverantwortung, Organisationsentwicklung, wirksamem Selbstmanagement, Krisen- und Konfliktmanagement, umfasste der Kurs auch Selbstlerneinheiten und Coaching. Den Abschluss bildete ein Colloquium. Ziel der Qualifizierung war es, die Leitungen für gegenwärtige und künftige Herausforderungen zu stärken.

Einen direkten Einblick in ihre eigenen Highlights gaben zwei Absolventinnen der Qualifizierten Leitung in einer kleinen Präsentation. Sie sähen in ihrem Ausbildungszyklus nicht nur den Input und die Inhalte der Seminare als Bereicherung, sondern ganz besonders auch die wertvolle Zeit des Austauschs untereinander. Es sei ein „voneinander und miteinander Lernen“ gewesen.

Wechselseitige Inspiration und Networking

Das Ziel der Veranstaltung, einen Rahmen für gegenseitige Inspiration, Gemeinschaft und Vernetzung zu geben, um die unterschiedlichen Wege, Erfahrungen, Hintergründe zu teilen und zu würdigen, konnte man in diesem ganz besonderen, zugewandten Rahmen mit allen Sinnen spüren. (kh)

von Pressestelle

Ansprechpartner/-in

Bettina Bäumlisberger

Bettina Bäumlisberger - Pressesprecherin & Leitung Pressestelle | © Marcus Schlaf
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecherin Portal Aktuelles und Themen | Caritas München und Oberbayern